Diese Messe ist das Größte

… zumindest für alle, die sich für mobiles Camping interessieren: Der Caravan-Salon in Düsseldorf. Die nach  eigenen Angaben „weltgrößte Messe rund um den mobilen Urlaub“ findet zum 55. Mal statt und hat einige Rekorde zu bieten. „Hier in Düsseldorf ist wieder die gesamte Caravaning-Branche vertreten. Insgesamt präsentieren 590 nationale und internationale Aussteller mit 130 Caravan- und Reisemobilmarken ihre Innovationen und aktuellen Modelle in zwölf Hallen sowie dem Freigelände. Auf über 210.000 Quadratmetern werden rund 2.100 Freizeit-Fahrzeuge in allen denkbaren Größen und Varianten zu bewundern sein“, so Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. 

Hier kann jeder sein persönliches Wunschfahrzeug finden, versprechen die Vertreter der Branche. „Angefangen vom kompakten Kult-Caravan über großzügige Reisemobile für Familien bis hin zum rollenden Luxusmodell mit Kamin, Regendusche oder bordeigener Sauna“, sagt Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes e. V. (CIVD). Besonders im Trend lägen nach wie vor kompakte Fahrzeuge wie Kastenwagen oder teilintegrierte Reisemobile, die auch im Alltag vielseitig einsetzbar sind. Eine Vielzahl neuer Caravans und Reisemobile sorgen im Modelljahr 2017 für Abwechslung. Ein aerodynamisches Design und die Verwendung neuer, intelligenter Leichtbaulösungen prägen die aktuelle Generation von Freizeitfahrzeugen. Beim Innenraumdesign stehen intelligente Möbelvarianten, clevere Raumaufteilung und funktionales Design ganz besonders im Fokus.

Eine „ Sonderschau StarterWelt“ soll wichtiges Know-how rund um die Caravaning-Praxis vermitteln. In der StarterWelt gibt es unter anderem Praxistipps und Empfehlungen zu Fahrzeugtypen, Reiserouten, Equipment, der Fahrzeugtechnik oder der richtigen Campingplatzwahl. Genau das richtige also für „Mobil auf Reisen“! Ich werde live vor Ort sein und ausführlich hier berichten!

Der CARAVAN SALON DÜSSELDORF 2016 ist von Samstag, 27. August, bis Sonntag, 4. September 2016, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Online-Tageskarte kostet für Erwachsene 14 Euro; Schüler, Studenten und CARAVAN SALON Club-Mitglieder zahlen 10 Euro, das Ticket für Kinder (6 bis 12 Jahre) kostet sechs Euro – Tickets an der Tageskasse sind jeweils einen Euro teurer. Alle Tickets, die online erworben werden, gelten für die eingetragene Person bis zu zwei Tage. Aktuelle Informationen und Neuigkeiten unter http://www.caravan-salon.de.

Die Supernasen

Sie sind die eigenständige Urform des „Wohnmobils“ und gehören zu den beliebtesten Reisemobil-Bauformen der Vermieter. Die Schlafnische über dem Fahrerhaus – Alkoven genannt – hat das Erscheinungsbild und den Spitznamen („Nasenbär“) dieser Reisemobilklasse geprägt. 

Der Trick, ein mehr oder weniger vollwertiges Bett über dem Kopf von Fahrer und Beifahrer anzuordnen, hat natürlich unschlagbare Vorzüge. Trotzt sehr kompakter Abmessungen kann so ein Alkoven-Reisemobil viel Wohnraum anbieten und bei komfortabler Ausstattung vier oder sechs Schlafplätze bieten. Größere Kinder lieben es, mit der Leiter in diesen separaten und doch nicht ganz vom Rest abgeschotteten Bereich aufzusteigen. Da oben kann das Bettzeug liegen bleiben, ein Bett ist immer schon gemacht.

Zwangsläufiger Nachteil ist die große Aufbauhöhe. Wenn der Alkoven einigermaßen Bewegungsfreiheit erlaubt, ist der Luftwiderstand und das Seitenwindverhalten des Fahrzeugs schon beachtlich und unter jeder Brücke heißt es, aufpassen – wie hoch sind wir? Ansonsten ist bei einem Alkoven-Mobil schon mal alles drin, alles dran, was eine Familie für einen Sommerurlaub braucht.

Alternativen sind die teilintegrierten und vollintegrierten Reisemobile. Dazu in den kommenden Monaten mehr.

Eine andere Gewichtsklasse

Man muss auf sein Gewicht achten. Das gilt ganz besonders beim mobilen Reisen und da speziell an der 3,5-Tonnen-Grenze. Man könnte sagen, es gibt zwei Arten von Reisemobilisten: die unter 3,5 t Fahrzeuggewicht und die oberhalb. Dass das so ist, hängt ganz einfach mit gesetzlichen Bestimmungen zusammen.

So dürfen alle, die vor dem magischen Datum 1. Januar 1999 ihre PKW-Lizenz gemacht haben (Führerschein Klasse 3), Reisemobile bis 7,5 Tonnen (zulässiges Gesamtgewicht) bewegen. Wer seinen Führerschein der Klasse C für den PKW nach dem 1. Januar 1999 bekommen hat, darf damit nur Fahrzeuge bis 3,5 t  fahren. Für 7,5 t muss zusätzlich die LKW-Klasse C1 erworben werden und die gilt auch zunächst nur bis zum 50. Geburtstag, danach geht es alle 5 Jahre zur einer ärztlichen und einer Augen-Untersuchung.

In jedem Fall gilt, dass ein Fahrzeug über 3,5 t sich nach den Verkehrsregeln für LKW richten muss. Für Reisemobile der Schwergewichtsklasse gilt in Deutschland Tempo 80 außerorts. Auf Autobahnen zwar Tempo 100, aber wo auf Autobahnen ein Überholverbot für LKW ausgeschildert ist, darf auch das Reisemobil nicht überholen – das heißt dann: Einreihen, bitte in die LKW-Kolonne, auch wenn diese gerade den Berg hochkraxelt. Dazu kommen höhere Mautgebühren, z.B. in Österreich und der Schweiz – und so manche Straße zu einem Geheimtipp-Stellplatz, die für LKW gesperrt ist.

Natürlich gibt es auch unschlagbare Vorteile der „Schwergewichte“. Wer gern noch etwas Ausrüstung dabei hat wie ein Schlauchboot, ein kleines Motorrad etc. oder gern durch größere Wasser- und Abwassertanks längere Zeit unabhängig unterwegs sein möchte, der wird sich möglicherweise für die „größere Schwester“ des Wunschmobils entscheiden. Denn bei den 3,5-Tonnern ist die mögliche Zuladung schnell ausgereizt. Und wer dann nicht auf sein Gewicht achtet, kann erheblichen Ärger bekommen. Mobile Wägeanlagen sind bereits erfunden und werden von der Polizei in der Urlaubszeit auch schon häufiger eingesetzt.

Alles im Kasten

Darf’s ein bisschen mehr sein als im „Bulli“? Stehhöhe im ganzen Wohnbereich? Toilette und Waschbecken? Ein richtiges Doppelbett? Einbauküche? Und trotzdem noch einigermaßen innenstadttauglich? Dann kommt als nächstes ein Kastenwagen in Betracht. Das ist zum Beispiel ein mittelgroßer Lieferwagen – dessen Aufbau ja eigentlich für das Transportieren von Paketen und Paletten optimiert ist, also mit relativ geraden Seitenwänden, vielen Befestigungsmöglichkeiten, Doppeltüren hinten. Auch hier liegt es nahe, diesen Raum für den Ausbau zu nutzen. Und wenn die sonst vorhandene Trennwand zwischen Laderaum und Fahrerkabine wegfällt und seitlich ein paar Fenster eingebaut werden, kann aus so einem Nutzfahrzeug ein richtiges Reisemobil werden, das dann auf den Namen „Kastenwagen“ hört. Das sind also ziemlich kompakte Fahrzeuge, die ihre Lieferwagen-Herkunft äußerlich nur schwer verleugnen können, wie z.B. Mercedes Sprinter, Fiat Ducato, Iveco Daily. Aber auch innen kann man rund um die Fenster und an den Hecktüren noch das lackierte Blech sehen. Die vollständige Isolierung und damit Wintertauglichkeit ist in dieser Klasse häufig noch kein Thema. Die Ausstattung ist dagegen oft schon recht komfortabel und für den Urlaub einer kleinen Familie durchaus geeignet.

Die Qual der Wahl beginnt bei der gewünschten Gesamtlänge des Fahrzeugs, denn jedes Plus an Komfort bei der Einrichtung benötigt Platz. Die erste magische Schwelle ist bei 5,99 m. Wer mit der Autofähre z.B. nach Skandinavien möchte, kommt mit mehr als 6 m Länge möglicherweise in eine höhere Preiskategorie, mit dem Autoreisezug nach Sylt geht es auch nur bis 6 m. Natürlich geht es immer auch um die Anschaffungskosten: Wir befinden uns hier bereits oberhalb der 30.000 EUR für ein neues Reisemobil, und jeder Zentimeter Länge lässt auch diesen Preis ansteigen.

Ein noch schwerer wiegender Faktor ist das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Hier liegt eine Schwelle bei 3,5 Tonnen – mit weitreichenden Folgen. Dazu mehr in der April-Ausgabe.

Die Bulli-Klasse

Für viele war und ist dies der Einstieg in die Welt der Wohnmobile. Schon in den fünfziger Jahren gab es mit dem VW-Bus (den mit der geteilten Frontscheibe) eine Art „Lieferwagen auf PKW-Basis“. Der von der Seite zugängliche Laderaum war immerhin so groß, dass man ihn wohnlich einrichten konnte, und so gab es bereits für das erste Modell des Bulli (auch “T1“) schon eine Camping-Box mit Kocher und Spüle als Zubehör. Durch die Zusammenarbeit mit der Firma Westfalia gab es den T1 ab 1961 mit einer kompletten Campingausstattung inklusive Bett, optional auch aufklappbarem Hochdach. Und hier beginnt tatsächlich eine andere Qualität des mobilen Wohnens. Der Mensch zeichnet sich durch aufrechten Gang aus – und das Aufstell- oder Hochdach ermöglicht dies auch in dem Fahrzeug. Die Aufstelldächer werden einfach nach oben gedrückt oder geschwenkt und bestehen aus einem festen Teil (meistens aus Kunststoff) und einer Zeltbahn, die den Regen abhält, so gut wie das ein Zelt auch kann. Ein Hochdach dagegen ist ein fest montierter Dachaufbau, der niedrigere Außentemperaturen zulässt, aber auch auf Dauer die Fahrzeughöhe verändert. Oft lässt sich das Dach zu einem weiteren Bett umbauen – damit wird eine kleine Familie reisefertig.

Es gibt wohl kein Fahrzeug in der „Bulli-Klasse“ (beim VW sind wir beim T6 angekommen; daneben gibt es z.B. Mercedes V-Klasse, Ford Transit, Opel Vivaro, Renault Trafic, Citroën Jumper…), das nicht auch mit Campingausstattung und Stehhöhe zu haben wäre – sei es ab Werk oder durch die zahlreichen spezialisierten Ausrüster. Die Preise für einen entsprechend ausgestatteten „Campingbus“ sind allerdings auch schon im Bereich eines PKW’s der oberen Mittelklasse angesiedelt. Dafür hat man dann ein noch gut alltagstaugliches Fahrzeug, mit dem man auch bei der Parkplatzsuche in der Stadt nicht verzweifelt, mit dem man in die meisten Tiefgaragen hinein- (und auch wieder heraus-) kommt – ausgenommen mit festem Hochdach –, ebenso auch auf das PKW-Deck von Seefähren.

Die Vielfalt an Fahrzeugen auch auf dem Gebrauchtmarkt hat auch dazu geführt, dass sich sehr viele handwerklich Begabte selbst an den Ausbau eines Kleintransporters machen. Für alles erdenkliche Baumaterial und Zubehör gibt es zahlreiche Lieferanten und man kann ohne Weiteres ein kleines Vermögen in seinem Bulli verbauen. Spätestens bei der Elektro- und der Gasinstallation greifen allerdings gesetzliche Bestimmungen, die dem Selbstbau Grenzen setzen.

Und wie sieht es mit gebrauchten Wohnmobilen in der Bulli-Klasse aus? Gut! Das Angebot von T3 bis Transit ist recht gut, allerdings sind auch für 20 Jahre alte Fahrzeuge, wenn sie gut erhalten sind, Euros im Wert eines neuen PKW zu berappen. Und auch hier gilt die alte Regel, zum Kauf jemanden mitzunehmen, der sich gut mit Wohnmobilen auskennt. Unerkannte Mängel können die Anschaffung sehr schnell zu einem finanziellen Abenteuer machen. Die meisten Wohnmobilisten gehen aber eher sehr pfleglich mit ihrem mobilen Heim um, so dass es sich auch nach –zig Jahren noch sehen lassen kann.

Minicamper oder: Baumhaus auf Rädern

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Hochdachkombi: Bietet Platz und kommt fast überall hin

Doch! Es geht! Schon für Hochdachkombis wie z.B. den Citroën Berlingo, Renault Kangoo, VW Caddy… gibt es fertige Camping-Ausstattungen, die schnell ein- und ausgebaut werden können und so noch nicht einmal die Alltagstauglichkeit des Autos einschränken. Fündig wird man z.B. auf den Seiten von Reimo, VanEssa, QuQuQ, Amdro

Die Lösungen sind recht unterschiedlich. Häufig steht eine Box im Heck quer und das Camperleben findet tagsüber unter der Heckklappe des Autos statt. Der Kocher (manchmal auch eine kleine Spüle) ist in einer nach hinten auszuziehenden Schublade montiert, so dass das eigentliche Kochen außerhalb des Autos stattfindet. Die „Boot Jump“ genannte Lösung der Firma Amdro aus Wales geht einen anderen Weg und bietet eine kleine U-förmige Sitzgruppe um einen Tisch im Heck. Zwar muss die Heckklappe hier auch geöffnet werden, weil das Ein- und Ausstiegen durch das Heck funktioniert. Zur Not kann aber die Klappe auch mal geschlossen werden, wenn es stark regnet, und man sitzt sich zum Kartenspielen oder Tee trinken gegenüber.

Die Betten sind bei allen diesen Fertiglösungen sehr schnell aufgebaut. Meistens werden die Sitze der Rückbank umgeklappt (oder vorher ausgebaut) und eine dreiteilige ebene Liegefläche bis zu den Vordersitzen entfaltet. Auf Stabilität und Schlafkomfort mit 115 bis 120 cm Breite wird Wert gelegt und die Hochdachkombis bieten genug Freiheit über dem Kopf. Der verfügbare Platz für alles, was im Urlaub sonst noch mit muss, ist da allerdings im Wesentlichen auf den Raum unter dem Bett beschränkt. Sobald man davon nachts mal etwas braucht, wird es für alle Beteiligten interessant.

Für eine Person oder zwei, die sich gut verstehen, ist so ein „Baumhaus auf Rädern“ durchaus eine Option. Die Ausrüstung ist im vierstelligen EUR-Bereich angesiedelt und lässt sich schnell ein- und ausbauen. Manchen wird wichtig sein, dass so ein Hochdach-PKW praktisch überall hinkommt und parken kann. Wenn man mal aufrecht stehen möchte, muss man allerdings das Auto verlassen. Es gibt aber auch Zelte, die hinten oder seitlich an das Auto angebaut werden können.

Einsteigen, bitte!

Noch eine Woche bis Heiligabend. Schwung holen für die Feiertage: Die meisten von uns werden damit die Gemütlichkeit der warmen Stube und ein-zwei Winterspaziergänge in der unmittelbaren Umgebung verbinden. Gut so! Doch, Hand aufs Herz: Wer träumt nicht gerade in diesen Tagen der festen Verabredungen und durchgeplanten Ferientage davon, einfach mal einen Ortswechsel zu machen? Loszufahren ohne festes Ziel, mit einem Fahrzeug, das alles an Bord hat zum Kochen, Entspannen und Schlafen? Viele verwerfen diesen Traum gleich wieder. Die Freiheit auf Rädern erscheint ihnen unerschwinglich, zumeist unter dem Eindruck sehr großer, üppig ausgestatteter Reisemobile, die einem hier und da begegnen können.

Aber: Was kostet denn eigentlich so ein Reisemobil? Und was brauchen wir wirklich für einen ersten Wochenendtrip, um das mobile Leben auszutesten?

Für den Einstieg muss man kein Vermögen in die Hand nehmen, soviel kann man sagen. Im Übrigen kommt es wie immer darauf an. Verreisen wir zu zweit oder kommen die Kinder mit? Sommer oder Winter? Ein Wochenende, eine Woche oder länger? Mit allem Komfort oder können wir auch mal den Tagesablauf ändern und improvisieren?

Um den Einstieg zu erleichtern, werde ich in diesem Blog verschiedene Möglichkeiten zeigen, „mobil auf Reisen“ zu gehen. Keine Empfehlungen! Sondern diverse Auswahlmöglichkeiten, denn die Entscheidung für das „richtige“ Reisemobil ist so individuell wie die Auswahl riesig ist. Ist erst einmal der Einstieg geschafft, lässt einen die mobile Freiheit nicht so schnell wieder los – davon bin ich überzeugt.